​Das Ende der Reise? – Nein, die Fortsetzung wird gemacht!  

Der achte Tag.

Die erste Übernachtung auf einem reinen Übernachtungsplatz für Wohnmobile hatte ich problemlos hinter mich gebracht. Vor der Abfahrt schnell noch an der Servicestation für Wohnmobile das Schmutzwasser abgelassen, Frischwasser aufgefüllt und die Toilette entleert. Alles zügig, denn jetzt weiß ich ja wie es geht.

Das Ziel Overloon in das Navi eingegeben und schon ging es, bei Nieselregen und bedecktem Himmel, los. Durch eine Landschaft, die durch die Landwirtschaft geprägt ist. Der Wasserreichtum zeigte sich an zahlreichen Seen und Tümpeln. Da kann die Maas nicht mehr weit sein, dachte ich noch und plötzlich war die Straße zu Ende! Vor mir der Fluss, aber keine Brücke. Dann sah ich die Autofähre am anderen Ufer. 

In kurzer Zeit war sie an meinem Ufer angekommen. Drauf fahren und Fotos machen, so viele wie möglich, bei der kurzen Überfahrt. Es war meine erste Überfahrt mit einer Autofähre, gut Heike hatte eine längere Überfahrt in der Bretagne gehabt, aber für den Anfang hat es mir gefallen.

In Overloon angekommen, musste ich noch auf die Öffnung des Museums warten. Der Parkplatz füllte sich zunehmend. Die Fahrzeuge hatten in der Mehrzahl Niederländische Kennzeichen, es waren aber auch deutsche Besucher gekommen.

Auf dem Weg zum Museumsgebäude sind im Freigelände Skulpturen von Künstlern ausgestellt, die sich mit den schrecklichen Geschehnissen des zweiten Weltkrieges auseinander setzen. Ein Panzer und ein Schutzraum sind ebenfalls ausgestellt.


Im Museum wird der Überfall auf die Niederlande, die Unterdrückung der Zivilbevölkerung, den Widerstand gegen die Besatzer und die Befreiung durch die Alliierten Armeen in zahlreichen Dokumenten dargestellt. Fast alle Dokumente sin in Niederländisch, Englisch und  in Deutsch beschriftet. Den Widerstandskämpfern in Deutschland wird ein eigener Bereich gewidmet. Eine Sonderausstellung befasst sich mit den deutschen Fallschirmjägern. In dieser Ausstellung  wird auch das Leben und der Alltag der Fallschirmjäger im Krieg dargestellt.



Gemessen an dem großen Leid, dass die deutsche Wehrmacht und Obrigkeit über das niederländische Volk gebracht hat, ist es schon eine große Geste, dass auch über das Leid der deutschen Zivilbevölkerung in diesem Museum berichtet wird.

Die Spirale der Gewalt drehte sich ja nicht nur in den Niederlanden, auch in Indonesien und den anderen Kolonien kämpften Niederländer. Zum Ende des Krieges wurde das Leid für alle Völker unerträglich. Die Atombombenabwürfe bildeten den unrühmlichen Schlussakkord.

Nach dem Museumbesuch war ich innerlich doch berührt und hoffe für uns alle, dass solche Zeiten in Zukunft nicht noch einmal anbrechen. In jüngster Zeit treten ja wieder einige Akteure auf und versuchen die Menschen gegeneinander aufzuwiegeln.

Der Wetterbericht für Sonntag sagte schlechtes Wetter voraus, so dass ich beschloss die Heimreise anzutreten. In Duisburg Ruhrort legte ich einen Stopp ein. Das Wetter im Ruhrpott war wirklich besser als in den Niederlanden. Bei strahlendem Sonnenschein konnte ich die Schiffe beobachten. Kurz entschlossen packte ich mein Fahrrad ab und fuhr noch 12 km auf dem Leinpfad Rhein  aufwärts.  Ich kam an Hafenanlagen vorbei, die zur Verladung von Schwefelsäure dienten. Schnell unten durch, bevor ich einen Tropfen abbekomme. Auf dem Rheindamm waren viele Funkantennen von den Amateurfunkern aus Duisburg aufgebaut. Auf den Rheinwiesen waren viele Hundefreunde mit ihren Vierbeinern unterwegs.

Die restliche Heimfahrt vollzog ich im Bummeltempo, am liebsten wäre ich sofort auf die A 3 Richtung Süden abgebogen. Aber der Verstand und das Pflichtbewusstsein lenkte in die Heimat.
Nach ist es an der Zeit ein Resümee zu ziehen. Diese Reise war für mich persönlich ein Erfolg. Vielleicht habe ich mir zu viel Programm gemacht, mit dem Radfahren und den Besichtigungen. Das werde ich beim nächsten Mal ändern. Ja, es gibt ein nächstes Mal, das steht für mich fest. Wenn ich gesund bleibe werde ich nächstes Jahr vier Wochen auf Tour sein. Mit einem gemieteten oder einem eigenen, kleinen, gebrauchten Wohnmobil, das werde ich sehen. Diese Art zu reisen ist gut für mich.

Danke an Heike, Andreas, Susanne und Ralf, die mich auf die Spur in Richtung Zeeland gesetzt haben. Das war genau die richtige Entscheidung. Schöne Strände und eine gute Infrastruktur haben mir den Rücksturz ins Camperleben erleichtert. 

Ende

Kategorie Gastautoren
Autor

Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

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