Abschied vom Meer – Der siebte Tag

Am siebten Tag sollst du ruhen – ich musste und wollte am siebten Tag das schöne Zeeland verlassen. Das Wetter war deutlich schlechter geworden, es war in der Nacht empfindlich kalt und am Morgen wollte die Sonne nicht scheinen. Ein bedeckter Himmel und ein fies kalter Wind verabschiedeten mich. Ich komme aber wieder, das steht fest.
Noch eine Station auf Zeeland stand auf dem Programm. Die Stadt Vlissingen im Mündungsgebiet der Westerschelde. Eine Stadt mit maritimer Industrie, ein direkter Zugang zur Nordsee und die Anbindung an das Binnenland über die eigenen Häfen oder das nahe Antwerpen, begünstigen dies. Ich parkte etwas außerhalb des Stadtzentrums und radelte in die Innenstadt. Beim Kampf um die Fietsposten, Haltestangen, an denen die Fahrräder festgekettet werden, habe ich ja schon eine gewisse Übung._MG_6696_Bildgröße ändern
Bei der Einfahrt in das Zentrum erblickte ich einen dicken Turm, ich habe nicht erkennen können wofür er gedient hat. Ich vermute, dass er zur Stadtverteidigung gebaut wurde. Vlissingen wurde genau wie andere Städte auf Walcheren im zweiten Weltkrieg bombardiert und schwer beschädigt. Andreas hat hierüber ja separat berichtet._MG_6698_Bildgröße ändern _MG_6699_Bildgröße ändern
Heute war Markttag und es deshalb eine Menge los. Dieser Markt hatte einige besondere Stände, ein Stand mit indischen Gewürzen, ein Stand mit veganen und Bioprodukten. Aber natürlich auch die bekannten Obst-, Fisch- und Kramstände. In der Innenstadt sind viele Brunnen und Wasserspiele, Niederländer und Wasser das gehört einfach zusammen.
Vorbei an Geschäften mit allerlei Kräutern und Drogen, so stand es jedenfalls an der Auslage. An einem Kinderwagenmuseum bin ich auch vorbei gekommen. Alle fein säuberlich nach Baujahr aufgereiht, wie bei einem Oldtimertreffen._MG_6702_Bildgröße ändern _MG_6757_Bildgröße ändern_MG_6706_Bildgröße ändern
Die St. Jacobskerk wurde 1911 durch einen schweren Brand zerstört, aber wieder original getreu aufgebaut. Am Seiteneingang stand ein Hinweisschild, dass es noch 2486 km von Vlissingen bis nach Santiago de Compostela sind. Eine Einkaufsstraße war mit dem Symbol der Pilger, der Jakobsmuschel, beflaggt._MG_6707_Bildgröße ändern _MG_6709_Bildgröße ändern
Ein Brunnen ist einer Heldin der Stadt gewidmet. Und ein Standbild zeigt einen jungen Dichter im Park, so zu mindestens sagt es die Inschrift.
In einer Hauswand war ein kleiner Torbogen, durch einen kleinen Gang gelangte ich in einen Innenhof. Mitten im Touristischen Zentrum haben die Bewohner es verstanden sich eine Insel des Wohlbefindens zu schaffen. Lebensart der Niederländer, pur.
Am Hafen gibt es einen separaten Bereich für die Lotsenboote, die im Viertelstundentakt Lotsen zu den Schiffen auf die Westerschelde bringen oder sie wieder von dort abholen. Die Lotsen haben die Aufgabe die großen Schiffe auf der Westerschelde sicher nach Antwerpen oder von dort auf die Nordsee zu bringen._MG_6721_Bildgröße ändern _MG_6727_Bildgröße ändern
Dem Held der Stadt: Michael de Ruyter ist ein Denkmal und ein Museum gewidmet. In den Kazematten sind ebenfalls Erinnerungsstücke zu besichtigen. Oberhalb der Kazematten steht ein runder stählener Turm. Ein militärisches Gebäude? Mitnichten, ein kleines Café für die Besucher.
Auf der Promenade vor Het Arsenaal steht eine Skulptur. Eine wartende Frau blickt sehnsüchtig hinaus auf das Meer und wartet auf ihren Verehrer._MG_6750_Bildgröße ändern _MG_6745_Bildgröße ändern
Von der Scheldepromenade aus kann man die vorbei fahrenden Schiffe aus der Nähe sehen. Regelmäßig fahren dicke Pötte nach Antwerpen oder kommen von dort.
Rund um die Promenade sind der Belamiklub, das Museum und der Gefangenenturm angeordnet.
Vlissingen ist eine schöne Stadt die man mehrfach besuchen kann und immer wieder neue, interessante Ecken findet.
Damit war mein endgültiger Abschied von dem Meer und Zeeland gekommen. Über die Autobahn ging es in die Nähe der deutschen Grenze. Wie langweilig, findet Heike._MG_6761_Bildgröße ändern
Ich übernachte das erste Mal auf einem einfachen Wohnmobilstandplatz, mit Stromanschluss. Nebenan ist der Vakantiepark Leukermeer. Eine tolle Anlage, mit kostlosem Hallenbad, guter Infrastruktur und einem Yacht- und Motorboothafen, mit Anschluss an die Maas und damit bin ich wieder mit der Nordsee verbunden. Doch nicht so langweilig._MG_6765_Bildgröße ändern
Morgen will ich mir Zeit nehmen, für einen ausgiebigen Besuch des Kriegsmuseums des 2. Weltkrieges in Overloon. Von Andreas kommt dieser Tipp und ich will den Besuch wahrnehmen, auch weil er direkt an der Route liegt. Und aus persönlichen Gründen, denn dieser unselige Krieg hat auch meine Familie getroffen. Über die Geschichte urteilen dürfen nur die die diese Zeiten direkt miterlebt haben. Aber aus der Geschichte lernen und verhindern dass so etwas sich wiederholt, ist die Aufgabe der nachfolgenden Generationen.
Fortsetzung folgt.

Kategorie Gastautoren
Autor

Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

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