„…das ist der Camino!“

Im Hotel angekommen schaltete ich mein Laptop ein. Morgens hatte ich Hajo, der mit seiner Viszlahündin Bonny auf dem Jakobsweg unterwegs ist, per Facebook eine Nachricht geschrieben. Die beiden sind mit dem Rad unterwegs. Seit 3 Monaten! Sie sind in Kassel gestartet und haben 3000 km bis Santiago hinter sich gebracht. Hajo ist stolze 70 Jahre alt! Damit ich nicht soviel erklären muss,  schaut doch einfach hier:
http://hajoundbonny.wordpress.com
Mich interessierte, wie die beiden wieder nach Hause kommen. Ich hatte ihren Blog immer mal wieder verfolgt.
Und als ich mein Laptop einschaltete war eine Antwort von Hajo auf dem Display. Nach einigem hin und her kam die Frage auf, in welchem Hotel ich denn sei…und siehe da…wir waren beide im gleichen Hotel und nur ein paar Zimmer entfernt. So trafen wir uns noch unten in der Hotelbar.
Während des Gesprächs erzählte Hajo, dass er mit einem Mietwagen nach Finisterre und Muxia fahren möchte. Dann bliebe er noch ein paar Tage in Santiago und fährt mit eben diesem Mietwagen später nach Irun.
Und im weiteren Gespräch fragt er mich, ob ich mitfahren möchte! Er würde mir diese Gelegenheit anbieten!
Erst war ich völlig überrumpelt…hatte mein Kopf nach dem langen Karusselfahren doch zur Ruhe gefunden nachdem ich akzeptiert hatte, dass für mich am nächsten Tag die Heimfahrt anstand.
Nach einigem zögern, hin und her überlegen habe ich mit Andreas gesprochen. Dieser sagte mir, ich solle die Gelegenheit beim Schopfe packen. Er möchte, dass ich glücklich heim komme.
Gesagt, getan! Spontan buchte ich mir in Finisterre ein Hotelzimmer und für die Tage danach konnte ich sogar in diesem Hotel in Santiago wieder unterkommen, in dem wir uns getroffen haben.
Plötzlich war alles ganz einfach und ich total aufgeregt. Solche Stimmungsschwankungen erlebt man nur auf dem Jakobsweg. Als ich Hajo dankte, sagte er nur….“das ist der Camino“.
So konnte ich in dieser Nacht kaum schlafen vor Aufregung! Und die erste Nacht in einem normalen Bett war völlig ungewohnt! Zwischendurch habe ich tatsächlich überlegt, ob ich die Isomatte nehme und mich auf den Boden lege.
Am nächsten Morgen brachen wir also nach Finisterre auf! Ich war glücklich!

Kategorie Mein Jakobsweg
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Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

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