Es gibt kein zurück mehr

Dokument-14

„Jetzt habe ich mich mal gaaaanz weit aus dem Fenster gelehnt – so weit dass es kein Zurück mehr gibt: Ich werde mich in diesem Sommer auf den Jakobsweg begeben! Ich tue das in erster Linie für mich – weil ich mich nach einem Abenteuer sehne, weil ich Fernweh habe und weil ich hoffe, auf dem Weg etwas Wichtiges für mein Leben zu finden.
Dabei hätte ich es belassen können, schließlich gehen viele Menschen den Jakobsweg, und es ist längst nichts Besonderes mehr. Könnte man meinen. Aber 800 Kilometer sind eine beachtliche Distanz, und es ist keineswegs ausgemacht, dass ich am Ziel des Weges, in Santiago de Compostela, auch wirklich ankomme.
Es gibt aber einen wichtigeren Grund, warum ich beschlossen habe, mit meinem Vorhaben an die Öffentlichkeit zu gehen.
Wie meine Freunde wissen, leide ich an einer sehr seltenen und unheilbaren Rückenmarkserkrankung. Die Aufmerksamkeit, die ich hoffe zu erzielen, möchte ich auf diese Krankheit lenken, und auf den Verein DSCM, der die Interessen meiner Leidensgenossen vertritt und sich darum bemüht, dass mehr Ärzte diese Krankheit kennen und richtig diagnostizieren können.

Ich sage das auch, weil vielleicht einige denken, ich würde mich mit dieser Aktion eigennützig ins Rampenlicht stellen wollen. Dazu kann ich nur betonen, dass dem nicht so ist.
Ich weiß, dass viele meiner Leidensgenossinnen und -genossen körperlich nicht mehr in der Lage sind, diese Strapaze auf sich zu nehmen, und deshalb sehr traurig oder sogar verbittert sind.
Das erinnert mich immer daran, dass es mir jederzeit ebenso ergehen kann – vielleicht schon morgen? Darum will ich den Weg jetzt gehen, solange und soweit ich noch kann.
Einfach wird es mit all meinen Beschwerden nicht werden. Manchmal bekomme ich Angst vor meiner eigenen Courage.
Aber…wenn nicht jetzt, wann dann?
Und alle, die nicht selbst gehen können, möchte ich in Form von Bildern und Blogeinträgen daran teilhaben lassen.
Ich freue mich über jeden der mitfiebert, denn das macht mir auch selber Mut und gibt mir Zuversicht!“

Kategorie Mein Jakobsweg
Autor

Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

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