Freitag, 14.08.2015

Heute war also mein erster richtiger Pilgertag.
Die letzte  Nacht war sehr stürmig und ab und an hats geregnet. Der Sturm war so stark, dass Zelte weggeflogen sind! Mein Zelt ist super! Hat sich geneigt im Wind, war aber sensationell standfest!
Morgens war ich dementsprechend platt, weil die Nacht schrecklich war. Im Sturm haben wir die Zelte zusammengebaut und ab ging es.
Dann ging es also los. Mein Traum vom Pilgern. Nach diesem Tag ist es aber eher mein Alptraum. Toll fände ich es wohl immer noch, wenn da nicht das Laufen und der Rucksack wären!
Wir sind Berge rauf und wieder runter, rauf und runter, rauf und…
Werner meistert das Ganze bravorös! Ich schlappe Hacke bin später alle 10 m stehen geblieben! Und verdurstet bin ich auch!
Gleich am ersten Tag alles doof. Wieso? Ich versuche mal es zu erzählen.
Morgens habe ich noch gedacht, heute pilgen im Sturm und Regen geht nicht. Aber wir mussten die Zelte sowieso abbauen, irgendwann wären sie weggeflogen.

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Also sind wir doch losmarschiert. Das Wetter hielt sich ganz gut. Ab und an ein paar Tropfen Regen, jedoch den ganzen Tag starker Wind, bedeckt und trotzdem war es einigermaßen warm.
Am Anfang war ich noch voll happy, der Rucksack leicht wie eine Feder, meine Beine liefen von alleine, hach alles so schön, die Welt ist wunderbar.
Die ersten Rauf und Runter gingen noch recht leicht, die Aussicht die sich jedesmal auftat war herrlich.

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Aber dann hörte dieses Wechselspiel von rauf und runter überhaupt nicht auf. Meine Beine wurden immer lahmer, der Rucksack bleischwer und die Berge gefühlt immer steiler.  Meine Stimmug sank in den Keller, erst recht meine Motivation.

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Rückblick

Werner und Lissy waren quietschvergnügt. Anstrengend….nee, nicht für die beiden!

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Ich war am Ende! Und das nach ca. 5km, die mir vorkamen wie hundert! So ein Mist!
Ich hab geflucht und mich selbst verteufelt. Wie komme ich bloß immer auf so blöde Ideen?
Naja, völlig fertig haben wir auf einer riesengroßen Wiese Pause gemacht,  so die zehnte ungefähr.  Ich habe mich auf die Isomatte gelegt und wollte nie wieder einen Schritt gehen!

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Nach einer Weile bekamen wir Besuch von Pferden. Die waren neugierig und lieb…aber dort bleiben wollte ich dann auch nicht mehr.  Vorher dachte ich noch, wir kommen niemals zurück in die Zivilisation,  aber dann kamen zum Glück Spaziergänger die uns sagten, dass bald ein Golfplatz kommt, dort könnten wir trinken, denn ich war mittlerweile auch schon fast verdurstet! Habe nämlich  nicht genug Trinken dabei gehabt.
An der Bar haben wir erstmal wieder gesessen, Rast gemacht und jeder hat mindestens nen Liter getrunken.
Von dort ging es dann zu einem Campingplatz. Die Leute sagten noch 2 km. Und das sagten sie auch immer noch, je weiter wir gelaufen sind. Ich habe nämlich alles angequatscht was mir entgegen kam. Werner hat alle anderen gefragt.
Bis eine nette Dame uns aus ihrem Auto heraus den Weg erklärt hat und uns am Schluss gefragt hat, ob sie uns mitnehmen soll! Da war ich soooo glücklich!  Bis zum Campingplatz hat sie uns gebracht!
Der lieb Gott hat meine Gebete erhört!
Werner hat mich beim Abendessen auf dem Campingplatz ermutigt weiter zu gehen…er sagte: „Denk an den Song! Weiter gehen!“
Später am Telefon hat Andreas mich wieder mental aufgebaut.
So haben Werner und ich dann beschlossen, dass für eine Syringomyelie-Heike Berge nichts sind. Unser neuer Plan: mit dem Zug die Berge umfahren. Nach Burgos, auf den Camino Frances.
Und nun beginnt ein neues Abenteuer…denn fast wäre unser ganzer Plan gescheitert!  Warum? Lest im nächstenTeil weiter!

Kategorie Mein Jakobsweg
Autor

Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

2 Kommentare

  1. Ulrich Kno

    NoiDu schafst das schon.sitzen alle zur Zeit auf der Terasse und denken an euch, danke für die tollen Bücher,Dani war auch.kurz hier, wurde ihr aber dann zuviel ganz liebe Grüße Knoi

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