Immer an der Düne entlang

Der fünfte Tag und ich bin im Urlaubsmodus. Ich schaffe es tatsächlich die Firmen-Emails ungeöffnet im Posteingang zu lassen. Der Zähler ist knapp unter fünfzig, ist mir im Moment auch egal._MG_6586Nach einem ausgiebigen Camperfrühstück ging es auf das Fahrrad. Ich fuhr Richtung Norden, Zoutelande, Westkapelle (Ein weiterer Tipp von Andreas), Domburg bis hinter Oostkapelle bei Oranjezon die nördlichste Spitze der Insel erreicht war. In Westkapelle legte ich eine längere Pause an.Neben einem belgischen Panzer oben auf der Düne sind unten vor dem Museum ein zerfetztes Flakgeschütz und andere Gegenstände aus dem zweiten Weltkrieg ausgestellt._MG_6587_MG_6595Just am heutigen Tag gab es eine weitere Attraktion. Der Heimatverein von Westkirchen demonstrierte wie der Deichbau in den vergangenen Jahrhunderten nur mit Muskelkraft bewerkstellig wurde. Auf einem Holzgerüst wurde eine Ramme installiert, mit der die Gründungspfähle in den Boden getrieben wurden. Amsterdam zum Beispiel ist komplett auf Pfählen gebaut._MG_6589_MG_6591Neben der Ramme gab es noch Musiker und viele Stände mit Handwerk. Als ich auf der Rückfahrt dort wieder vorbei kam, war ein großer Menschenauflauf rund um das Museum.

Das Städtchen Domburg ist sehr niedlich. Die kleinen Häuschen und Sträßchen versprühen eine Gemütlichkeit und Charme aus. Die Cafés und Geschäfte waren gut besucht, aber alles zivil ohne großen Rummel.

Den Rummel erlebte ich dann in Oostkapelle. Dort geht die touristische Post ab. Genauso wie in Zoutelande.

Ich war froh wieder auf dem Dünenradweg zu sein, der hier unterhalb der Dünen durch ein Wäldchen führt und später bei Oranjezon in Felder und Wiesen übergeht. Dort waren sie dann – Die glücklichen Kühe von  Frau Antje. Die Milch der auf den Salzwiesen grasenden Rinder gibt bestimmt die gesalzene Butter, alles Bio oder was!_MG_6601Oranjezon war dann mein Wendepunkt, da ich aber nicht den gleichen Weg zurück fahren wollte bog ich, Richtung Grijpskerke, in die Wirtschaftswege, die durch die freien Felder und Wiesen führen. Ein Fehler wie sich bald heraus stellte. Ich hatte die Rechnung  ohne den Gegenwind gemacht. Dirk Busch besingt ihn so nett: Kennst Du auch den rauen Wind, der so gern von vorne bläst…

https://www.youtube.com/watch?v=XSA5hTI9b5c

Ja ich habe ihn kennen gelernt. Vor Grijpskerke bog ich rechts ab und landete wieder in Oostkapelle. Die Anschaffung eines GPS-Gerätes für die Fahrradnavigation habe ich in diesem Augenblick beschlossen.

Der Zufall führte mich an einem wunderschönen alten Wasserschloss, dem „Kastel Westhove“, vorbei. Wunderschön restauriert mit Fietscafe. Erinnerte mich an unser Cafe Barendorf._MG_6610Auf dem Fietspad unterhalb der Dünen war die Hölle los. Als schneller Einzelfahrer musste ich mich durch in Zweier- und Dreierreihen fahrenden Klübchen durchzwängen. Aber ich fahre ja defensiv, ich bin ja ruhig – Warum müssen die alle da fahren, wo ich fahren will!_MG_6615

Nach der Ankunft auf dem Campingplatz Valkenisse hatte ich 55 km auf dem Tageskilometerzähler. Ja, heißt es jetzt, du mit deinem Pedelec. Aber ich habe die 55 km in der Stellung ECO oder ohne Unterstützung auf der Flachstrecke bewältigt und bin deshalb mit mir zufrieden.

Am späten Nachmittag habe ich mich in die Fluten der Nordsee gestützt. Gut am Anfang war es etwas kalt, aber je länger ich drin war, umso angenehmer wurde es. Wenn es Morgen genauso schön wird wie heute, werde ich wieder schwimmen gehen.

Die Abendsonne scheint genau auf meinen Standplatz und ich werde sie jetzt noch genießen.

Fortsetzung folgt.

Kategorie Gastautoren
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Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

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