Sightseeing

Ein Nachtrag zum dritten Tag. Am Abend bot sich ein schönes Schauspiel der Wolken mit dem sanften Licht des Sonnenunterganges und den Kondensstreifen der Düsenflieger._MG_6455

Nun geht der vierte Tag zu Ende. Am Morgen habe ich Abschied genommen von dem wunderschönen Campingplatz Klepperste (auf deutsch = Storch). Entgegen meinen Befürchtungen hat mein Start in das 2. Camperleben hervorragend geklappt. Fast noch ein Lapsus zum Start: Alles eingepackt? Da fiel mein Blick auf das Stromkabel, na das hätte was gegeben.

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Die erste Etappe meiner heutigen Weiterfahrt war Zierikzee, ein wunderschönes Örtchen, das für seine alte Architektur bekannt ist. Nach dem Krieg nahezu unzerstört wurden alle Häuser unter Denkmalschutz gestellt. So wurde Bausubstanz liebevoll erhalten, an statt abgerissen und durch hässliche Betonklötze ersetzt zu werden. Es hat sich gelohnt, der Stadtkern spiegelt das typische holländische Leben in den alten Giebelhäusern wider.

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Hinter grünen Toren werkeln Handwerker für die Schiffsbauer. Denn Segeln gehört zu Zierikzee. Das sieht man an den alten Museums-Holzseglern im Innenhafen. Zugbrücken für die Ein- und Ausfahrt in den Hafen dürfen natürlich nicht fehlen. Das markanteste Bauwerk der Stadt ist eine Kirche, von der nur ein Turm fertiggestellt wurde. Es fehlte das Geld. Spätere Generationen haben eine Neue Kirche ohne Turm daneben gebaut. Im Charme einer Turnhalle. Zusammen wirken beide Gebäude wie Pat und Patterchon, sehr originell.

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Die Innenstadt hat viele kleine Geschäfte, ähnlich wie in Venlo und dort wurde auch viel deutsch gesprochen, ein Magnet für die Touristen. Mich interessierten eher die Bauwerke und die Stadttore. _MG_6519Das Stadttor mit den zwei Türmen hat die Besonderheit, das zwei Damen sie finanziert haben und jede wollte über das Dach bestimmen. Nun hat ein Dach sechs, das andere zwölf Ecken. Ich bin fast vier Stunden in Zierikzee gewesen und hätte noch einmal vier Stunden dort verbringen können.

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Die nächste Station lag wieder an der Küste. Ich wollte unbedingt das Oosterschelde Stauwehr anschauen. Dank an Andreas, für den Tipp. Ein imposantes Bauwerk. Mit dem Stauwehr soll Zeeland vor einer Sturmflut, wie der von 1954, geschützt werden. Gleichzeitig soll der Tiedenhub zwischen Nordsee und Oosterschelde ausgeglichen werden. Bei Flut wird Nordseewasser in die Oosterschelde geleitet um zu verhindern, dass dort zu viel Süßwasser ist, welches die Lebensbedingungen der  Meeresbewohner bedroht. Auf dem Stauwehr verläuft eine Schnellstraße und wie sollte es in Holland auch anders sein – Ein Radweg! Den werde ich beim nächsten Besuch ab radeln, um einmal die immensen Dimensionen dieses Bauwerkes zu erfassen. Wenn man die großen Tore sieht und die Wellenbrecher vor dem Wehr, so kann man sich gut vorstellen welchen Naturkräften dort standgehalten werden muss.

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Das Ziel des Tages sollte Zoutelande sein. Sollte, aber an zwei Campingplätzen wurde ich abgewiesen. Voll belegt. Nun am dritten Platz hatte ich Glück. Ein schöner Platz mit vielen Mobilheimen und Stellplätzen für Wohnwagen und Wohnmobile. Für alle Fälle hatte mein WhatsApp Joker Heike noch zwei Adressen parat, die ich Gott sei Dank nicht gebraucht habe. Danke an Heike für Ihre prompte Unterstützung.

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Das Aufbauen ging zack zack, ich habe ja jetzt Übung. Dann auf zum Strand. Der Strand ist hier groß und breit. Man muss über eine hohe Düne, das heißt 120 Stufen rauf und 120 Stufen wieder runter und nach dem Strandbesuch auf dem Rückweg das  Gleiche. Ich war spät dran, deshalb waren die meisten Strandbesucher schon auf dem Heimweg und kamen mir pustend auf der Treppe entgegen. Der Sand und das Wasser sind toll, in der Nähe fahren die Seeschiffe vorbei, die von oder nach Antwerpen fahren.

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Ein schöner Tag geht zu Ende, ich glaube ich bin im Camperleben gar nicht so schlecht aufgehoben. Bis jetzt gefällt es mir.

Fortsetzung folgt

Kategorie Gastautoren
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Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

2 Kommentare

  1. Hallo Jörg, Danke für die schönen Reiseberichte mit den tollen Fotos. Hab mir jeden Abend Deinen Bericht durchgelesen. Weiterhin eine erholsame und dennoch spannende Tour.

  2. Mach weiter so Jörg, es macht Spaß zu lesen. Ich nehme an, dass du zum Rentenbegin dir ein Wohnmobil zulegst. Und ich freue mich schon auf die nächsten Berichte.

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