Was macht die Syringomyelie mit mir? Teil 3

Leib, Seele und Geist

Dass die Krankheit viele unschöne Symptome hat und diese auch bei niemandem völlig gleich sind, wissen wir alle inzwischen. Aber was macht sie mental mit uns?
Bei mir ist es so, dass mich diese ständige Anwesenheit von Schmerzen und Einschränkung total zermürbt.
Somit ist meine Grundstimmung immer arg gereizt. Alles nervt mich extrem schnell und ich reagiere sehr unwirsch, besonders gegenüber meiner Familie. Ich sage immer: „Davon krieg ich Krisseln im Kopf!“ Das fühlt sich an wie früher der Schnee im Fernsehen. Oder wie eine Bildstörung.
So kann ich Unordnung zum Beispiel nicht mehr gut haben. Ich kriege dann Panik, weil ich das Gefühl habe bald vor einem riesigen Berg Arbeit zu stehen, den ich nicht mehr bewältigen kann.
Überhaupt ist das Gefühl etwas nicht mehr zu können oder zu schaffen für mich extrem belastend.
Neben der gereizten Grundstimmung macht sich aber auch immer wieder meine gute Laune breit. Es ist manchmal gar nicht so einfach auszumachen, welche Laune die stärkere ist. Morgens wache ich auf und könnte vor lauter Lebenslust aus dem Bett springen. Doch daran hapert es dann schon. Körper und Geist sind sich bei mir nicht einig.
Deshalb versuche ich mir Ziele zu stecken, die auch erreichbar sind. Und Ziele die unerreichbar scheinen,  wieder so zu gestalten, dass sie erreichbar sind. Scheitern ist eigentlich nichts, was in meiner Natur liegt. Aber heute kann ich mit dem Scheitern umgehen, denn ich habe gelernt, unmögliche Dinge ins Mögliche umzuplanen und wenn es dann nicht funktioniert…habe ich es wenigstens versucht. Ich setze mich nicht mehr hin und jammere irgendwelchen Dingen hinterher, von denen mir gesagt wird: „Das kannst du mit der Krankheit sowieso nicht mehr tun! Finde dich endlich damit ab!“
Manchmal ist das körperlich natürlich sehr belastend, aber mein Geist fühlt sich wohler. Das macht alles wieder wett. Und dass Körper und Geist nur gemeinsam stark sind sagten ja schon die alten Griechen.

Kategorie Syringomyelie
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Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

4 Kommentare

  1. Heike, du hast die Berichte so super geschrieben. Ich identifiziere mich damit zu 100%. Ich dachte gestern es sei meine Geschichte. Liebe Grüße aus Wuppertal Tina

  2. Danke für diesen ausführlichen Bericht.
    Ich habe bisher leider erfahren müssen, dass keiner meiner Ärzte die Syringomyelie ernst- /wahrnimmt. Ich leide seit 50 Jahren unter Schmerzen, 2012 wurde syringomyelie durch Mrt im brustwirbel Bereich festgestellt, und bei zweitem MRT mit Kontrastmittel bestätigt. 8 cm. Jetzt hatte ich schon einen zweiten Schlaganfall , die schmerzen sind teilweise unerträglich.
    Ich bin froh, diese Seite gefunden zu haben. Ich bin 62 jahre alt, habe 3 Kinder grossgezogen .DANKE

  3. Das sind genau die richtigen Worte. Ich habe meine Schmerzen schon fast 20 Jahre. Eine Diagnose erst seit ein paar Monaten. Ich bin also noch in der Findungsphase 🙂
    danke für die Anregungen und Tipps.

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