Dienstag, 25.08.2015

Heute stelle ich mit erschrecken fest, dass schon Dienstag ist! Lange habe ich nicht mehr gebloggt. Und das hatte seinen Grund.
Wir ihr wisst, bin ich nicht alleine von zuhause losgezogen. Und wie das Leben so spielt, kommen plötzlich Probleme auf einen zu, die man alleine nicht hätte…oder natürlich auch,wenn man gar nicht erst pilgert 😉
Werner ist plötzlich, sagen wir, krank geworden. Nicht nur, dass meine Füße streikten, nein nun mussten wir für Werner eine Lösung finden. Das war gar nicht so einfach. Nach ein paar Tagen hin und her, Telefonaten und Hilfe von daheim sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Werner allein heimfährt und ich noch das Beste aus dieser völlig ungeplanten Situation mache.
Mich selbst hat das Ganze völlig aus meinen Planungen rausgeworfen und meine freudige Grundstimmung ist dahin.
Naja, nun lag es an mir, erst einmal herauszufinden, was ich denn nun weitermache. Meine Pilgerfreunde sind mir weit vorraus. Ich nun aus der Übung. Meine Füße schon einmal lädiert. Also habe ich beschlossen dieses Unternehmen nicht mehr Pilgerreise, sondern „Rundreise durch Spanien auf den Spuren der Pilger“ zu nennen.
Neue Schuhe und neue Socken erleichtern mir sehr das Laufen. Was zuhause gut ist, ist es hier noch lange nicht. Ausserdem habe ich mind. 3 Kilo Ballast per Post nach Hause geschickt. So trägt es sich gleich leichter.
Mein Entschluss hier raus eine Rundreise zu machen führt mich nun direkt nach Santiago mit dem Zug. Von dort aus werde ich einige Unternehmungen starten. Zug und Bus fahren gestaltet sich nach wie vor schwierig, da die Spanier keine Hunde in öffentlichen Verkehrsmitteln mitnehmen. Ausser eben…einen Blindenführhund, in Ausnahmefällen auch einen Begleithund.
Und so mutiert Lissy dann je nach Situation zu eben diesen.
Ich selbst laufe dann durch stockfinstere Gebäude mit Sonnenbrille und kann plötzlich sehr schlecht sehen. Lissy bleibt vor Stufen etc. schon jedesmal stehen und ich steige dann gaaanz vorsichtig herauf oder herab.
Ist total doof, aber sonst hinge ich hier fest. Irgendwie mussten wir uns behelfen.
So passieren aber auch kuriose Dinge. In der Stadt, in Burgos stehe ich und warte auf den Bus, der mich nach Decathlon führt, um dort neue Schuhe zu kaufen. Ein junger Mann fragt, ob ich Hilfe brauche. Er erkärt mir wie ich mit dem Bus fahren muss und steigt in einen anderen ein. Bei Decathlon durfte Lissy nicht mit rein. Also hat sie draußen gewartet, während ich gutgelaunt meine Shopping Tour mache. Plötzlich fühle ich mich irgendwie beobachtet. Der junge Mann von der Bushalte stand ganz in der Nähe! Oh Mist…ertappt, dachte ich. Aber er ist ganz freundlich und lächelt. Und da ich ja nur sehr schlecht sehe, aber immerhin noch was sehen kann 😉 frage ich ihn, ob wir nicht in Burgos miteinander gesprochen hätten.
Weil ich es wirklich nicht weiß,  frage ich nach dem Bus zurück in die Stadt. Er sagt, ich solle fertig einkaufen, er wartet draußen und hilft mir. Also gehen wir über den Parkplatz und stehen plötzlich vor einem Auto. Es war sein Auto! Da hat er mich einfach so wieder zur Stadt gebracht. Voll lieb und mir doch unangenehm aufgrund kleiner Schummeleien. Zum Glück gefiel ihm Lissy so gut, dass er kaum auf mich achtete, geschweige denn etwas gemerkt hat.
Nun ende ich hier erstmal. Denn wir müssen zum Zug. Langsam regt sich wieder etwas Aufregung und Vorfreude in mir! Das ist gut!

Kategorie Mein Jakobsweg
Autor

Fotografieren und Reisen, das sind meine Leidenschaften. Ständig neue Pläne im Kopf, jeden Tag neue Träume, eine unermüdliche Lust am Leben und Hummeln im Hintern…das bin ich.

1 Kommentare

  1. Mandraguas

    schlank isse‘ geworden, dat liebe lissy …
    oder es ist einfach nur ein sehr vorteilhaftes foto :p

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.